Archive for January, 2008

Do, 31.01.2008 (Tag 11)

Thursday, January 31st, 2008

“Alcatraz”

Felix ist krank. Er hustet. Die Nase läuft. Das Auge ist verklebt. Und außerdem schläft er fast nicht. Arme Nicole.

Ich war bei der Krankenkasse. Es muss doch möglich sein, hier etwas zu erreichen. Herr C. erklärt mir immer wieder, dass es für die Kinderbetreuung nur in Zusammenhang mit einer Haushaltshilfe eine Kostenübernahme gibt. Aber ich bin vorbereitet. Die Mehrkosten für Marc Philip und Maximilian betragen zusammen 253,- € - im Monat. Und da immer noch nicht feststeht, wie lange Felix noch im Krankenhaus bleiben muss, dürfte die Ersparnis der Krankenkasse nicht ganz unerheblich sein. Herr C. hat die Zahlen an sich genommen und wird sich um eine Lösung bemühen. Er will mich anrufen, sobald eine Entscheidung vorliegt.

Felix haben die Ärzte heute nur wegen seiner Erkältung behandelt. Wir warten immer noch auf die Ergebnisse aus München. Das zieht sich! Marc Philip und Maximilian haben im Krankenhaus zusammen mit der Erzieherin, die zufälligerweise auch Nicole heißt, für Felix einen Clown und einen Marienkäfer gebastelt. Die hängen jetzt an seinem Gitterbett.

Danke für die Emails und Rückmeldungen. Ich melde mich, wenn ich Hilfe benötige! Versprochen! Meine Jungs werden ja nicht die ganze Zeit nur mit mir verbringen wollen :-)

Eben hat sich noch Herr C. gemeldet. Sie gehen auf meinenVorschlag ein und ubernehmen auch nur die Kosten für die Kinderbetreuung. Es geht doch! Auch hier sage ich “Danke” für die unbürokratische Lösung.

Mi, 30.01.2008 (Tag 10)

Wednesday, January 30th, 2008

Kerstin geht. Kerstin ist die Zimmernachbarin von Nicole und darf heute mit ihrer Tochter nach Hause gehen. Schön für Kerstin aber Schade für nicole. Die beiden haben sich wirklich gut verstanden.

Von Felix gibt es nicht viel Neues. Als ich die beidenverlassen habe, um die M&M’s abzuholen war die einzige Erkenntnis, dass es noch keine Rückmeldung aus München gibt. “Aber das muss ja nichts heißen.” Das der Kommentar der Ärztin dazu. Ich weiß, wir müssen einfach warten. Warten. Und noch mehr warten!

Später wir noch einmal ein Ultraschall von Felix’ Herz gemacht. Die linke Herzkammer ist ganz normal. Die rechte vergrößert. Aber sie haben herausgefunden, dass es keine Vergrößerung der Leber gibt. Immerhin. Und durch den Schweißtest soll wohl auch nur definitiv ausgeschlossen werden, dass es sich um Mukoviszidose handelt. Wir warten! Das sagte ich aber schon.

Am Abend dann noch der Termin zum Halbjahresgespräch mit der Klassenlehrerin. Um Marc Philip muss ich mir wohl keine Sorgen machen. Er packt das Schulische bisher mit Links. Hoffentlich bleibt das so. Aber auch Frau H. hat festgestellt, dass unser “Großer” in der letzten Woche zickig und launisch geworden ist. Da muss mir noch was einfallen.

Von der Krankenkasse gibt es auch keine Neuigkeiten. Hier werde ich Morgen früh das persönliche Gespräch suchen. Es muss doch eine einfache Lösung geben. Das kann doch nicht so schwierig sein.

Di, 29.01.2008 (Tag 9)

Wednesday, January 30th, 2008

Ein neuer Tag, ein neuer Versuch. Aber es kommt und kommt kein Arzt. Viel zu tun. Wir wüssten gerne, was aus den Alternativen geworden ist, aber der Stationsarzt ist gestern nicht mehr vorbei gekommen. Schade. Bis mittags ergibt sich nichts Neues. Nicole bringt mich zusammen mit Felix im Kinderwagen zum Auto.

Kurz nachdem ich die Kinder abgeholt habe ruft Nicole mich an. Sie hat mit der Ärztin gesprochen. Die Kardiologen raten, im Krankenhaus zu bleiben und die Befunde des CT aus Worms, Mainz und München abzuwarten. Ich solle mich mal bei der Krankenkasse erkundigen, welche Unterstützung wir in den nächsten Wochen erwarten könnten. Felix würde nach der Diagnose wohl zu einem Lungenfacharzt in ein Krankenhaus nach Hannover oder München verlegt werden.

Die DAK sagt, eine Lösung wie sie mir vorschwebt mit bezahlter Nachmittagsbetreuung (Kosten ca. 300,- EUR) würden sie nicht übernehmen. Eine Tagesmutter sei auch nicht drin. Sie schlagen mir vor, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Den würden sie mir bezahlen (Kosten: ein Vielfaches!). Typisch Deutschland!

Ich muss mit meinem Chef reden. Außerdem werde ich am Donnerstag zur DAK Geschäftstelle gehen. Hier muss eine andere Lösung möglich sein!

Mo, 28.01.2008 (Tag 8)

Wednesday, January 30th, 2008

Ich habe Urlaub. Die komplette Woche. Wir hoffen alle, dass sich Morgen nach dem Test endlich was ergibt. Dann die Ernüchterung. Der Test scheint erst wieder am 14. Februar möglich zu sein. Das darf doch nicht wahr sein. Dabei soll er so wichtig sein. Wir reden mit dem Stationsarzt. Er will sich in der Visite um eine Alternativlösung kümmern. Vielleicht kann man den Test ja in einem anderen Krankenhaus ambulant machen lassen. Müssen wir nun bis dahin im Krankenhaus bleiben? Nicole hat keine Lust mehr! Aber Telefon. Immerhin ein Fortschritt.

Der erste Tag als Vollzeitpapa! Hatte ich auch schon lange nicht mehr. Den Kindern geht’s gut. Aber Mama fehlt ihnen. Ich versuche ihnen zu erklären, warum sie so lange weg ist. Vielleicht verstehen sie es… Mir fehlst du auch Nicole! Ich liebe Dich!

Die erste Woche

Tuesday, January 29th, 2008

Felix

Felix ist nun seit neun Tagen im Krankenhaus.

So schnell wird aus einem zunächst vermuteten bronchialen Infekt, der mit Inhalieren behandelt wurde, ein “interessanter Fall”, wie es die Ärzte im Kaiserslauterer Westpfalz-Klinikum ausdrückten. Aber alles der Reihe nach:

Mo, 21.01.2008 (Tag 1)
Ein in einem Röntgenbild festgestellter großer Schatten des Herzes und Unregelmäßigkeiten an der Lunge sollen via Ultraschall näher untersucht werden. Alles läuft soweit nach Plan. Wir sind pünktlich im Krankenhaus, kommen recht schnell dran und die untersuchende Ärztin ist von den Ultraschallergebnissen alles andere als begeistern und ruft zur Sicherheit und Abklärung ihren Chefarzt. Am Ende des Ultraschalls steht folgendes fest: Veränderungen an der Lunge, eine vergrößerte rechte Herzkammer mit Vorhof und eine vergrößerte Leber. Felix und Nicole werden stationär aufgenommen. Es soll ein CT gemacht werden, außerdem steht eine Blutentnahme und ein nochmaliges Echo des Herzens an - mit Kontrastmittel, um einen Herzfehler auszuschließen. Ich muss nach Frankfurt zum Messeaufbau und die Kinder verbringen den Rest des Tages bei Nicoles Mutter, die extra zu uns gekommen ist und über Nacht bleiben kann.

Di, 22.01.2008 (Tag 2)
Neuigkeiten aus Kaiserslautern. Das CT hat eineinhalb Stunden gedauert - Felix gibt sein Bestes. Schließlich sieht man ihm außer den Einziehungen im Brustbereich nicht wirklich an, dass etwas mit im nicht stimmen sollte. Er zappelt und freut sich und strampelt und lacht! Eine richtige Frohnatur eben. Nach einer Stunde haben sie ihn soweit für das CT ruhig gestellt. Die Ergebisse werden wir aber an diesem Tag nicht mehr bekommen. Felix bekommt NaCl-Infusionen und Blut nehmen Sie ihm auch ab. Am Abend bin ich aus Frankfurt zurück und natürlich gleich bei den Beiden. Marc Philip und Maximilian konnten den Nachmittag glücklicherweise bei einem Freund verbringen. Danke!

Mi, 23.01.2008 (Tag 3)
Heute habe ich frei. Nachdem ich die Kinder in Schule und Kindergarten gebracht habe, mache ich mich auf den Weg ins Krankenhaus. Nicole liegt auf einem Zimmer zusammen mit einer nur schlecht deutsch sprechenden anderen Mutter. Hier gibt es nur Klappbetten und Monitore. Sonst nichts. Öde! Neue Erkenntnisse gibt es auch keine. Die Auswertung ist wohl nicht einfeutig. Man will sich noch mit anderen Kollegen besprechen. Außerdem höre ich zum ersten Mal das Wort “Mukoviszidose” - ich muss mich unbedingt schlau machen! Es soll noch ein Schweißtest gemacht werden, um diese mögliche Diagnose bestätigen oder ausschließen zu können. Die Kinder sond bei Freunden zum Spielen. Danke!

Do, 24.01.2008 (Tag 4)
Muss heute in die Firma.Habe Geschäftstermine mit einem englischen Vertreter, der meinetwegen extra früher nach Deutschland kommt. Gut, dass ich die Kids schon früher bei den Nachbarn unterbringen kann, die sie auch mit zu Schule und Kindergarten nehmen. Abends noch schnell zu Nicole und Felix. Das Gerät für den Schweißtest ist wohl kaputt. Tests sind erst Dienstag wieder möglich. Müssen sie im Krankenhaus bleiben? Die Ergebnisse des CT wurden weitergeschickt nach Mainz und Worms. Erneute Blutentnahme. Nachmittags kommt meine Schwiegeroma und bleibt bis Freitag Morgen. Die Kinder hole ich von einem Geburtstag ab - auch dieser Tag war zu überbrücken.

Fr, 25.01.2008 (Tag 5)
Heute muss ich früh raus. Messetag auf der Paperworld in Frankfurt zusammen mit drei Kollegen und dem Engländer. Kein Problem. Ich habe das zugesagt und dann mache ich das auch. Die Kinder gehen nachmittags zu einem Freund. Gut, dass es so tolle Freunde gibt! Der Messetag war lang und viel Neues gab es auch nichts. Felix hat nun noch ein 24h-EKG, also noch ein paar Kabel mehr. Abends noch kurz zu Nicole und dann die Kinder abholen. Nicole bleibt über das Wochenende. Dienstag soll der Test gemacht werden. Die CT-Befunde sind mittlerweile auf dem Weg nach München (!!!). Sie darf aber das Zimmer wechseln. Liegt nun mit einem Kaiserschnitt zusammen, hat Telefon und endlich einen Fernseher. Um 21:30 sind wir zuhause.

Sa, 26.01.2008 (Tag 6)
Zusammen mit den Kindern gehen wir zu Felix. Zwar dürfen wir nicht auf die Station aber in der Kinderstation eine Etage höher ist ein Spielzimmer- und in das darf auch Felix. Es gibt nichts Neues. Klar, es ist Wochenende.
Mittags gehen wir kurz einkaufen und dann auf den Spielplatz. Papa spielt nebenan Fußball mit den Stadtparkrangers. Nach einer Stunde wirds den Kleinen aber zu langweilig und wir fahren nach Hause.

So, 27.01.2008 (Tag 7)
Heute ist Fußball-Turnier. Als Bambini-Trainer hat man auch noch andere Pflichten. Da sind die Kinder wenigstens abgelenkt. Es geht nach Hütschenhausen. Turnier mit vier Mannschaften. In Normalform sollten sie zumindest zwei der drei Spiele gewinnen.
Nach sehr mittelmäßigen Leistungen haben wir wenigstens ein Unentschieden herausholen können. Vorletzter! Danach geht’s schnell nach Kaiserslautern. Schnell noch mit Mama kuscheln. Sie fehlt den Kleinen schon sehr. Aber Felix wird gestillt und da bin ich der Falsche …